„Ein Fest, das unseren Betrieb an die Grenzen bringt“

Der eine erlebt das THUNFEST im Jahr 2016 unter der dritten Leitung, der andere ist muss sich bereits in seinem zweiten THUNFEST-Jahr schon wieder auf neue Gegebenheiten einstellen: Für Miro Spasenoski (Leiter Restauration) und Roman Zahler (Direktor) vom Hotel/Restaurant Krone laufen am THUNFEST nicht nur die Uhren anders.

Was kommt Ihnen als erstes in den Sinn, wenn Sie an das THUNFEST denken?

Miro Spasenoski: Jede Menge tolle Erinnerungen. Ich erlebe heuer mein elftes THUNFEST. Ganz am Anfang gab es jeweils am frühen Sonntagmorgen noch ein Frühstück für alle Mitarbeiter der Krone, die Leute vom Tiefbauamt und das OK. Das waren ganz tolle Momente. Oder der Güggeli-Grill, der früher jeweils hinter dem „Krönli“ stand – und zuletzt dieser unglaubliche Donnerstagabend im letzten Jahr, wo uns fast das Bier auszugehen drohte.

 

Roman Zahler: Ich hatte einen steilen Einstieg, als mein Vorgänger Bruno Carizzoni mich 2013 gleich auf den Ausschiesset hin einspannte. Von daher war mir mit Blick auf mein erstes THUNFEST in etwa klar, was da auf mich zukommen würde.

Und was kam auf sie zu?

 

Roman Zahler: Ein Fest, das unseren Betrieb an die Grenzen bringt. Schon allein das Lagern der ganzen Ware für das Fest ist eine logistische Meisterleistung. Die Verpflegung von Helfern und Künstlern, deren Unterbringung, die eigenen Aktivitäten am Fest sowie den ordentlichen Hotel- und Restaurationsbetrieb unter einen Hut zu bringen, fordert uns allen enorm viel ab. Letztes Jahr war der ganze Betrieb während vier Tagen ein sprichwörtliches Bienenhaus...

 

...in dem ein- und ausgeht, wer will?

 

Miro Spasenoski: Ja, das hat schon was. Wobei dieses Jahr ein Thema wieder neu auf uns zu kommt: Weil die Besucher für die Konzerte in der Konzertzone Rathausplatz wieder Konzertbändel tragen müssen, werden wir wieder zum beliebten Hintereingang. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie viele Leute in der Vergangenheit schon versucht haben, via Küche und Restaurant auf den Rathausplatz zu gelangen und so die Eintrittskontrolle zu umgehen.

Wie sieht es mit den Künstlern aus: Können Sie sich an irgendwelchen Rockstar- und Party-Geschichten erinnern?

 

Miro Spasenoski: Eigentlich nicht. Vielleicht sieht mal ein Zimmer etwas zerpflückt aus wenn eine Band abreist, aber in der Regel läuft alles sehr gesittet ab. Das Verhalten gewisser Fans nahm derweil schon manchmal seltsame Ausmasse an. Als Bastian Baker oder Luca Hänni am THUNFEST spielten, konnten sich einige junge Mädchen kaum mehr unter Kontrolle behalten und kreischten nur noch wild im Restaurant herum.

 

Roman Zahler; Schaffhausen, wo Sie herkommen, hat auch seit einigen Jahren ein Openair-Festival in der Stadt. Ist das mit dem THUNFEST vergleichbar?

Roman Zahler: Nein, in keiner Art und Weise. In Schaffhausen findet der ganze Anlass auf einem einzigen Platz statt, die Zugänge sind sauber abgeriegelt und links und rechts vom Platz hat es ein paar Foodstände – während das THUNFEST sich über die ganze Innenstadt mit all ihren Plätzen und Gassen verteilt und so einen ganz eigenen Charme entwickelt.

 

Miro Spasenoski: Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann wäre es nach einem THUNFEST, für das die ganze Stadt zwischen Freienhofgasse-Marktgasse und Aarestrasse abgesperrt wäre, sodass alle einen kleinen Eintritt zahlen und das Fest besuchen könnten. So würden sich die Leute viel mehr in der Stadt bewegen und sehen, wie vielfältig das THUNFEST ist. Und für uns würde es die Arbeit enorm erleichtern, weil wir etwas besser abschätzen könnten, wie viele Leute kommen und – und weil wir nicht mehr Bändelikontrollen machen müssten.

 

Was wünschen Sie sich für das THUNFEST 2016?

Roman Zahler: Kein Regen, tolle Musik und dass die Leute den Aufwand, den das OK und alle Beteiligten betreiben, honorieren, in dem sie in Scharen kommen und die Konzerte und Aktivitäten besuchen.

 

Miro Spasenoski: Kein Regen und ein friedliches, stimmungsvolles Fest, das allen Besucherinnen und Besuchern noch lange in guter Erinnerung bleibt.