2018: Zehn Prozent mehr Energie fürs Thunfest

Wenn Thun sein Stadtfest feiert, schlägt der Zeiger bei der Energie Thun AG aus. An einem Spitzen-Fest werden gut und gerne mal 10 Prozent mehr Energie bezogen als an einem normalen Wochenende in Thun.

Allein 2016 stellte die Energie Thun AG anlässlich des Thunfests 60 provisorische Festanschlüsse und 10 bestehende Festanschlüsse zur Verfügung, um die hunderten von Geräten, Lampen und anderen Installationen von Standbetreibern und Veranstaltern mit Strom zu versorgen. Hinzu kamen 250 Meter Kabel die zusätzlich verlegt werden mussten.

 

Dass am Thunfest Energie gefragt ist, lässt sich bei der Energie Thun AG statistisch nachweisen: So wurden 2015 am Thunfest-Wochenende in der ganzen Stadt 58‘000kWh mehr Strom verbraucht als am darauffolgenden Wochenende. 2016 waren es gar 75‘000kWh mehr. Dies entspricht einem Jahresverbrauch von rund 20 Haushalten. Aus diesen Zahlen wird auch ersichtlich, dass das Wetter einen entscheidenden Einfluss auf den Stromverbrauch hat: Im Regenjahr 2015 wurde wesentlich weniger Extra-Strom bezogen während dem Thunfest als im Super-Jahr 2016. „Wir würden sagen, dass während den drei Tagen Thunfest circa 65‘000kWh Energie mehr verbraucht wird als an einem normalen Wochenende“, schätzt Monika Spycher, Leiterin Kommunikation und Marketing der Energie Thun AG. Das entspricht knapp 10 Prozent des Verbrauchs von circa 750‘000kWh an einem durchschnittlichen Wochenende ohne Grossanlass in Thun – wobei Monika Spycher betont: „Der Wert schwankt je nach Wetter und Jahreszeit stark.“  

Dass die Energie Thun AG nicht nur Strom liefert, dürfte indes bekannt sein. Neu ist aber, dass zum Beispiel das Gas aus heimischer Produktion kommt. Was schon unseren Vorvätern recht war, soll auch uns billig sein. Eigentlich. Heizen mit Mist ist definitiv nichts Neues. Doch ob solchen Mengen «Mist», wie sie die ARA Thunersee heute verarbeitet, wäre unseren Ahnen wohl ziemlich schwindlig geworden. Kratzten sie einst Exkremente verschiedener Hof-Bewohner zusammen und trockneten sie zu Heiz-Fladen, liefern wir heute den Rohstoff zum Heizen, Kochen oder gar Autofahren, ohne dass wir es merken: Die ARA Thunersee gewinnt aus dem Klärschlamm Biogas, welches in das Erdgasnetz der Energie Thun AG einspeist wird.

 

Damit schliesst ein Kreislauf: Die Kundinnen und Kunden der Energie Thun AG können klimafreundliches Biogas beziehen, das aus dem eigenen Abwasser gewonnen wird.

 

 

In den 36 Gemeinden im Berner Oberland, aus denen die ARA Thunersee das Abwasser reinigt, kommt einiges an «Mist» zusammen; kein Wunder bei mehr als 120‘000 Einwohnern – plus Gäste und auswärtige Arbeitskräfte. Definitiv zu viel, als dass es nach alter Väter Sitte verarbeitet werden könnte – aber dank moderner Technik können auch diese «Hinterlassenschaften» mittlerweile produktiv verwendet werden. Und das Beste ist: Das Ganze ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für unsere Region. Das Geld bleibt hier und es werden Arbeitsplätze gesichert.