2022: Spanferkel und gute Stimmung

Er ist Gastronom aus Leidenschaft: Ändu Wyss hat als Wirt der Pizzeria Boccalino und des Restaurants RedOx in der Innenstadt während vielen Jahrzehnten am Thunfest für leckeres Essen und gute Stimmung gesorgt. Jetzt ist er pensioniert und blickt mit uns auf diese äusserst erlebnisreiche Zeit zurück.

Ändu ohne Thunfest? Thunfest ohne Ändu? Das geht einfach nicht! (Bild: privat)

Schon seit 2006 betrieb Ändu Wyss das Restaurant RedOx in der unteren Hauptgasse 7 in Thun und ist damit stadtbekannt. Diesen April übergab er den Betrieb an seinen Nachfolger Daniel Schär, das Konzept bliebt gleich. Bei schönem Ambiente können im Restaurant Schweizer Spezialitäten genossen werden. Im oberen Stockwerk befindet sich eine gemütliche Bar mit Cabaret. Auch beim Thunfest ist das RedOx schon seit Beginn dabei.

 

Wo früher die Pizzeria Boccalino war, findet sich heute das Restaurant RedOx. Bis in die frühen Morgenstunden kann im Restaurationsbetrieb im unteren Teil des Lokals warme Küche genossen werden. «Wir haben vor allem von sechs bis halb neun alle Hände voll zu tun. Danach wird es oft etwas ruhiger, bis um etwa halb eins. Dann kommen oft Leute, die selbst in der Gastronomie arbeiten und froh sind, dass sie auch zu später Stunde noch etwas Warmes essen können», erzählt Wyss, der selbst am liebsten in der Küche arbeitet. Besonders bekannt sei das RedOx für die ausgezeichnete Rösti. Aber auf der Karte des Restaurants findet sich etwas für jeden Geschmack.

 

"Die Thunfesttage sind für mich immer sehr strenge Tage."

 

Mit dem RedOx hat sich Wyss einen kleinen Traum erfüllt. Seit er früher im Kursaal in Bern gearbeitet hatte, träumte er immer davon, ein Lokal zu führen, in dem alles möglich war. «Man soll Musik hören können, tanzen, gut essen und das Nachtleben geniessen», meint der ehemalige Restaurantbetreiber. All dies ist im RedOx anzutreffen. Im Obergeschoss des Lokals befindet sich ein Cabaret, wo Artist*innen für interessierte Besucher jeden Abend mehrere Shows zeigen. «Oftmals geniessen Cabarets und Nightclubs einen schlechten Ruf. Dagegen wehre ich mich», sagt Wyss, der selbst Präsident der ASCO, dem Verband schweizerischer Konzertlokale, Cabarets, Dancings und Discotheken, ist. Dementsprechend ist der obere Teil des Lokals erst ab 20 Jahren zugänglich, während das Restaurant im unteren Bereich von allen besucht werden kann.

Hammerstimmung ist garantiert auf dem Bärenplatz. Die Acts von Ändu heizen schliesslich ein! (Bild 1: Christian Siegfried, Bild 2: liveit/Simon Boschi)

Am Thunfest half Wyss bereits 1987 mit, als er noch das Borsalino bewirtete. Als er 2006 das RedOx übernahm, kam ihm die Idee, den Thunfestgästen eine Ochs am Spies anzubieten. Zusammen mit einem Metzger aus Sarnen setzte Wyss diese Idee in die Tat um. «Bereits am Abend um acht Uhr war der 400 Kilo schwere Ochse vollständig aufgegessen.» Es wurde jedoch immer schwieriger, den Ochsen für weitere Thunfeste zu organisieren. Deshalb musste Wyss umdenken. Und so stieg er um, vom Ochs am Spiess auf Spanferkel, was trotzdem ein Blickfang auf dem Thunfestgelände bleibt. Nicht nur wegen dem Spanferkel ist das Partyzelt vom RedOx auf dem Bärenplatz immer gut besucht, es wird nämlich neben Verpflegung auch für Unterhaltung gesorgt. Wyss organisiert für das Thunfest jeweils selbst einen Act. Auf der RedOx-Bühne standen unter anderem schon ChueLee und die Gletscherfetzer. Oft dabei war auch DJ Miggu, der am Mischpult für Stimmung sorgte. «Das Thunfest war für mich jedes Mal ein super Erlebnis», schwärmt Wyss.

 


Ändus Thunfest-Tipp

 

Das Schöne am Thunfest ist, dass es etwas für jeden hat. Man muss alles erlebt haben und überall ein wenig gewesen sein, um es wirklich auszukosten. 


 

Damit dies auch garantiert ist, braucht es viele Helfer. Die ganze RedOx-Crew ist im Einsatz und dazu kommen noch weitere Aushilfen. Ausserdem hilft die Molkerei Amstutz jeweils das Zelt aufzustellen und der Herr Stucki von der Metzgerei in Boll sorgt für das Spanferkel. «Wir beginnen manchmal bereits am Mittwoch vor dem Fest mit dem Aufstellen», erklärt Wyss. «Die Thunfesttage sind für mich immer sehr strenge Tage.» Es gäbe für alle Beteiligten viel zu tun und dazu kommt auch ein finanzieller Aufwand, zum Beispiel für die Acts.

 

"Ich bin natürlich von Herzen ein Thuner!"

 

Trotzdem liegt Wyss viel daran, seinen Beitrag zum Thunfest zu leisten. Nicht nur, weil das eine organisatorische Herausforderung ist, sondern vor allem, weil Wyss Gastronom aus Leidenschaft ist. Es erfüllt ihn, anderen eine Freude zu bereiten, egal ob im eigenen Lokal oder am Thunfest.  Dazu kommt, dass Wyss darin seine Möglichkeit sieht, der Stadt und ihren Menschen etwas zurückzugeben. «Ich bin natürlich von Herzen ein Thuner. Ich könnte mir nicht vorstellen, anderswo zu wohnen.» Deshalb sei das Thunfest für ihn auch ein Treffpunkt, wo er all die Menschen sehe, die das RedOx über das ganze Jahr hinweg besuchten. Alle sagen dann kurz Hallo und man kann sich austauschen. Auch deshalb will Wyss auch nach seiner Pensionierung noch am Thunfest mithelfen. Der Anlass verbindet die unterschiedlichsten Menschen und sorgt dafür, dass alle eine gute Zeit haben. Es ist Wyss wichtig, durch das RedOx einen Beitrag dazu zu leisten.