Die Plaketten-History

2018 wurde die Plakette von Roger Wegmann und Daniel Schmid - und damit erneut teamintern - gestaltet. Die Thunfest-Plakette 2018 zeigt das historische Thun, jenen Blick aufs Schloss, den die Künstler auch heute noch vom Rathausplatz in Richtung Schloss haben. Trotzdem darf der Blick in die Gegenwart 2018 - und damit das Beiseitelegen der Vergangenheit nicht fehlen.



2017 entschied sich das Thunfest-OK, den Gestaltungsauftrag in den eigenen Reihen zu vergeben. So stammt die Gestaltungs-Idee von Luca Linder. Unterstützt wurde er von Fabio Nyffenegger. „Thun ist eine vielseitige Stadt mit vielen ganz unterschiedlichen Facetten. Charmant, bunt und doch hie und da etwas kleinkariert. Deshalb lieben wir doch unsere Stadt.“, sagt Luca Linder. 



2016 hat Pesche Gärtl von der Agentur Nordland uns eine exklusive Plakette designt. Der mehrfach ausgezeichnete Künstler hat er uns mit diesem Zeitlosen Entwurf aus den Socken gehauen und wir haben dies gleich als unser neues Logo erkoren.  Dank des neuen Magnetverschluss-Systems machten diese Plaketten auch keine Löcher mehr in die Kleidung.


2015 oblag es dem Thuner Künstler Sandro Fiscalini (rechts), die erste Festplakette in der Neuzeit des THUNFEST zu gestalten. Mit den Türmen des Schlosses, Wasser und dem Thunerstern entschied sich Fiscalini für klassische Thuner Motive - offensichtlich sehr zur Freude von Vereinspräsidentin Susanna Ernst (links).


Schon immer ein Teil des Thunfest: Die Plakette

 

Wer glaubt, die Thunfest-Plakette sei ein neuer Trick der Thunfest-Organisatoren, um mehr Geld in die Kasse zu spülen, der irrt gewaltig. Bereits in den 1980er-Jahren war der Plaketten-Verkauf eine wichtige Einnahmequelle des Vereins Thunfest. Marc Riesen, ein Sammler der ersten Stunde, erinnert sich.

 

Weisst du noch, wann du dein erstes Thunfest besucht hast?

Marc Riesen: Nicht mehr genau. Aber ich war noch schwer in der Schule, das muss wohl Mitte der 1980er-Jahre gewesen sein.

 

Und schon damals mit Plakette?

Ja klar – immer!

 

Du hast die gesammelt?

Genau.

 

Warum? Ich meine: Diese «Plastik-Plämpel» waren jetzt nicht wirklich schön…

Das hab ich mich auch schon gefragt. Damals gabs halt noch keine Smartphones, die analoge Fotografie war nicht immer handlich und praktisch und filmen war schon gar kein Thema. Diese Plaketten waren für mich ein Anhaltspunkt für all die Erinnerungen. Man hatte alles im Kopf, ich könnte dir wohl sagen, zu welcher Plakette welches Programm oder welches Erlebnis gehört. Heute hat man dafür Fotos und Filmchen.

 

Wie beurteilst du die Thunfest-Plaketten von einst mit jenen von heute?

Na ja – bezüglich Design müssen wir wohl nicht gross diskutieren. Da sind die neuen halt schon toll. So toll, dass ich sie natürlich schon wieder sammle.

 

Echt?

Ja klar – sogar wenn ich nicht am Thunfest bin?

 

Ach was?!

Doch, natürlich! Das gehört für mich einfach dazu.

 

Wie erklärst du dir die Tatsache, dass es schwierig ist, die Leute dazu zu bewegen, eine Thunfest-Plakette zu kaufen?

Ich frage mich das oft. Es gibt für mich einfach keinen Grund, keine Plakette zu kaufen. Wenn ich an ein Konzert oder einen anderen Grossanlass gehe bezahle ich Eintritt – und zwar viel mehr als für die Thunfest-Plakette oder einen Konzertbändel.

 

Eine Generationenfrage?

Nicht nur. Es gibt auch viele in meinem Alter, die ans Thunfest kommen, aber keine Plakette tragen. Sie sagen dann jeweils, sie seien ja nur im Bälliz oder in der Oberen Hauptgasse unterwegs – und vergessen dabei, was es auch dort alles braucht, um ein solches Fest auf die Beine zu stellen. Und dann vergessen sie auch, dass das Thunfest halt nicht ein Fest der Stadt ist, sondern von einem Verein veranstaltet wird.

 

Hast du eigentlich die ersten Plaketten selber gekauft oder musstest du sie kaufen?

Die ersten Festplaketten haben sicher die Eltern bezahlt. Aber ich habe halt schon da so gelernt, dass man eine Plakette kauft, wenn man an ein Fest geht. Schau mal die Fasnacht an: Sie ist zwar in Thun noch nicht in gleichem Masse verwurzelt, wie das Thunfest – aber versuch mal die Fasnacht zu besuchen und keine Plakette zu tragen… Ich verstehe schlicht nicht, warum das am Thunfest nicht auch so funktioniert. Am Preis kann‘s ja nicht liegen.

 

Trugen früher wirklich mehr Leute eine Thunfest-Plakette? Vielleicht sind es ja immer noch gleich viele, aber es gibt einfach immer mehr Besucher am Thunfest…

Ich hatte schon früher den Eindruck, dass es bisweilen eng ist in der Stadt. Aber damals gehörte die Plakette noch wie zum Fest-Bild. Da kommt mir in den Sinn: Ich war einmal in Luzern am Altstadtfest. Wir waren zu viert unterwegs – und wurden keine 50 Meter nach dem wir aus dem Auto ausgestiegen waren schon zum ersten Mal angemacht, weil wir keine Festplakette trugen.

 

Von Händlern?

Nein. Von gewöhnlichen Festbesuchern, die uns sagten, dass das Tragen einer Plakette am Fest einfach dazu gehört.